USC daheim im Dauerstress

Montag, den 13. November 2017 um 23:43 Uhr

Mit dem VV Humann Essen gastiert am Wochenende ein weiteres „Großkaliber“ der zweiten Volleyball Bundesliga in Braunschweig. Die Westfalen bewiesen gegen die Liga-Favoriten aus Giesen und Mitteldeutschland Kampfgeist, strauchelten aber gegen die „Kellerkinder“ aus Bitterfeld-Wolfen.

Hannes Gottschall hat in seiner langen Volleyball-Laufbahn schon viel erlebt. Nach rund einem Jahrzehnt in der Bundesliga bringt den Mannschaftskapitän des USC Braunschweig wenig aus der Ruhe. Auch gegen den VV Humann Essen analysiert der an seiner Promotion arbeitende Ingenieur sachlich und kühl. Und doch klingt aus seiner Analyse eine gehörige Portion Respekt vor dem letztjährigen Liga-Vierten heraus. „Die Essener machen wenig Fehler. Das liegt uns nicht gerade“, meint Gottschall. Man treffe auf ein in der Abwehr starkes Team, das es sehr gut verstehe, aus diesen Situationen zu punkten – ein Spielelement, in dem die Braunschweiger zuletzt weniger zu bieten hatten. „Wir müssen uns in der K-Zwei-Situation steigern, um eine Chance gegen unsere Gäste zu haben“, führt Gottschall aus und meint damit nicht den höchsten Berg der Welt, sondern die Feldabwehr, die Volleyballer auch als „Komplex zwei“ bezeichnen.

Dass an dieser Stelle unbeabsichtigt gezeichnete Bild eines Berges, den die Braunschweiger vor sich haben, beschreibt deren Ausgangssituation dennoch nicht ganz unzutreffend. Die Löwenstädter liefen dem Erfolg nach furiosem Saisonstart in den letzten vier Begegnungen hinterher. Die Marschrichtung ist für Trainer Markus Weber deshalb klar: „Wir sind im Training auf viele Dinge eingegangen, die nicht gut geklappt haben“, berichtet er. Gegen Essen gelte es nun, die in der Anfangsphase der Spielzeit so überzeugenden Tugenden wieder an den Tag zu legen. Und das sei vor allem ein solider Aufschlag gewesen, mit dem es gelungen sei, den Angriffsaufbau der Gegner zu erschweren und gute Ausgangssituationen für erfolgreiche Block- und Feldabwehrsituationen zu schaffen.

Weber kann am Samstag ab 19:30 Uhr in der Tunica-Halle auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Auch der zuletzt an einer Rückenverletzung laborierende Mittelblocker Steffen Peeck ist wieder mit von der Partie.

 

Niederlagenserie des USC hält auch gegen Lindow-Gransee

Sonntag, den 05. November 2017 um 15:12 Uhr

1:3 trotz starkem Auftaktsatz – „Konnten Angriffsdruck des Gegners nicht standhalten“


Die Bundesliga-Volleyballer des USC Braunschweig verlieren ihr viertes Spiel in Folge. 1:3 unterlagen die Löwenstädter am Samstag gegen den SV Lindow-Gransee. Trotz hoher Braunschweiger Dominanz im ersten Satz, setzten sich am Ende die im Angriff starken Gäste aus Brandenburg durch.

Der Auftakt hätte kaum besser gelingen können: „Im ersten Satz haben wir den Matchplan sehr gut umgesetzt“, lobte Trainer Markus Weber sein Team. Mit dem Aufschlag hätten die Löwenstädter viel Druck gemacht. „Danach konnten wir den Block problemlos postieren und aus der Abwehr punkten“ - „klassische“ Folge eines Prinzips, das der Trainer mit „den Aufschlag als ersten Angriff begreifen“ beschrieb.

Geradezu „klassisch“ auch der weitere Verlauf der Partie: die Gastgeber konnten die Linie kaum halten. Deren „stärkste Waffe“, der Aufschlag, wurde stumpf. Elf Fehler produzierten Mannschaftskapitän Johannes Gottschall und Co. Mit jeder „Fahrkarte“ aus Braunschweig gewannen die zu Beginn kalt erwischten Gäste an Boden, brillierten immer wieder mit starken Aktionen am Netz. Die Folge: ein verdientes 25:20 für die wieder erstarkten Favoriten.

Doch das hatten sich die Gastgeber selbst zuzuschreiben, wie Trainer Weber in der Zehn-Minuten-Pause nach Satz zwei feststellte. Frank Ströbl, USC-Urgestein und in der Pause für über 40-Jahre Tätigkeit als Trainer und Manager geehrt, wünschte seinem Team noch viel Erfolg, aber das schien die Feierstunde nicht fortsetzen zu wollen. Bis zur „Crunchtime“, wie Volleyballer die Endphase eines Satzes bezeichnen, hielten die Braunschweiger wacker mit, konnten das Match offen halten. Doch dann wurden sie von den Angriffen der Gäste ein ums andere Mal, um im Bild zu bleiben, fast ein wenig „zerquetscht“. Zuspieler Matthias Penk hatte das Händchen für den richtigen Pass; seine Braunschweiger Pendants, Alexander Abramov und Hendrik Ahlborn, kämpften zunehmend mit den Folgen nachlassender Qualität in der Annahme. Das verringerte die Anzahl der Passvarianten beträchtlich und bot Lindows Block leichtes Spiel.

In Satz vier keimte bei 19:19 nach großer Aufholjagd des USC kurzzeitig nochmal Hoffnung für Braunschweig auf. Wie zuvor machten die Brandenburger Angriffe aber einmal mehr den Unterschied aus und führten zu einem 25:21 für die Gäste.

„Wir konnten dem Angriffsdruck heute nicht standhalten und haben dazu auch noch viele Eigenfehler produziert“, resümierte Trainer Weber. Sein Team hat jetzt zwei Wochen Zeit, um produktiver zu werden. Dann geht es in der Tunicahalle gegen Essen, das überraschend deutlich gegen Schlusslicht Bitterfeld verlor.

 

Das Team Zweite Liga für 2017/2018

Mittwoch, den 10. September 2014 um 16:31 Uhr