Trotz vorzeitigem Saison-Aus mit von der Partie

Sonntag, den 22. Oktober 2017 um 21:54 Uhr

Joscha Horstjan hält sich nach Kreuzbandriss fit und führt Spielanalysen durch

Die einen spielten wie befreit, einer war vom Spielen befreit: Joscha Horstjan, Mittelblock im Bundesligateam des USC, erlebte vor dem kleinen Höhenflug seiner Mannschaft einen großen Tiefpunkt: Kreuzbandriss. Die Saison bereits nach dem dritten Training beendet. Inzwischen ist der 21-jährige erfolgreich operiert und fiebert bereits wieder am Spielfeldrand mit.

Es hatte ein lockerer Abschluss des Trainings werden sollen, an jenem Mittwoch Mitte August, als das Schicksal bei einem Angriff erbarmungslos zuschlug. Joscha Horstjan half auf der für ihn ungewohnten Position IV aus. Kurzer Anlauf, Sprung und eine unsanfte Landung, die noch lange nachwirken sollte. „Ich habe gleich gemerkt, dass da etwas nicht stimmt“, schildert der 21-jährige, der als Volleyballer mit Verletzungen aufwarten kann, die selbst im American Football nicht alltäglich sind: Wadenbein- und Fingerbruch waren ihm vor der Knieverletzung bereits bekannt.

Am nächsten Tag zur Untersuchung und dann die ernüchternde Diagnose, dass es mit Volleyball in dieser Saison nichts mehr werden würde. Die medizinische Abteilung des USC mit Gerhard Schnalke an der Spitze konnte ihn nur noch in beste Hände geben. Die Operation führte schließlich Dr. Gunter Wilhelm, Mannschaftsarzt der Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg, durch.

Es folgte die Reha: Muskelaufbau mit Fahrrad fahren und kleiner Belastung an der Kniepresse sowie Übungen auf der Weichbodenmatte. „Das ist alles bestens gelaufen“, lobt Horstjan, obwohl das mit dem Laufen bei einer Knieverletzung natürlich so eine Sache sei. Inzwischen tummelt er sich schon wieder in der Tunica-Halle, um den Kontakt zum Team nicht zu verlieren, führt Kräftigungsübungen auf Turnmatten durch. Dazu ist Zeit, Spiele der Kameraden auszuwerten und damit doch irgendwie mitzuwirken am Wohl und Wehe der so furios gestarteten Löwenstädter. Trainer Weber bindet ihn ein, lässt durch die Videoanalyse prüfen, ob seine Eindrücke vom Spiel richtig sind. Ansonsten ist Zeit, sich dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens zu widmen.

Die Zeit danach habe er natürlich lieber in der Halle verbringen wollen. „Ich habe mich sehr auf die Saison gefreut“, berichtet Horstjan. Auf seiner Position habe es einen Engpass gegeben, so dass die Chancen auf regelmäßige Einsätze gut waren. Und dann war da ja auch noch die Aussicht auf das Zusammenspiel mit Bruder Mathis, der zu Beginn der Saison zu den Braunschweigern gestoßen war. „Das wäre nochmal ein besonderer Spaß gewesen“, bedauert Joscha, der, wie sein Bruder, beim VC Tecklenburger Land Bundesliga-Erfahung gesammelt hat und den USC aus zahlreichen Duellen auf Landesebene kannte.

Das „Duett“ wird nun auf die nächste Saison verschoben. Fünf Monate wird es noch mindestens dauern, bis Joscha wieder mitmischen kann. Nur dass die Saison Ende März, wenn Joscha es endlich wieder angehen könnte, so gut wie gelaufen ist.

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Aktualisiert ( Sonntag, den 22. Oktober 2017 um 22:17 Uhr )
 

Niederlage in der "Höhle der Löwen"

Sonntag, den 15. Oktober 2017 um 12:50 Uhr

USC verliert gegen Favorit Mitteldeutschland und präsentiert sich kampfstark


In einem phasenweise hochklassigen Match unterliegt der USC Braunschweig Meisterschaftskandidat Mitteldeutschland. Das Team um Kapitän Johannes Gottschall bewies bei der 1:3 Niederlage erneut Kampfgeist, haderte anschließend aber mit den eigenen Ansprüchen.

Volleyball lebt wie kaum ein anderer Mannschaftssport von Emotionen. Die Athleten müssen sich zügeln, können überschüssige Energie nur am blau-gelben Spielgerät auslassen. Das Spielfeld wirkt da manchmal wie ein neun mal neun Meter großer Käfig, in dem das Spielgeschehen wie das Rütteln an Gitterstäben ist.

Braunschweig, ausgerechnet und passend zum Bild als „Löwenstadt“ bezeichnet wird, erlebte am Samstag ein gerütteltes Maß an Emotionen. In der vergangenen Saison von den Gastgebern zwei Sätze lang „durchgeschüttelt“, wollten die Gäste aus der Region Halle-Leipzig sich nicht wieder wie an der Leine durch die Manege führen lassen. Und das merkte man dem Team von Trainer Mircea von der ersten Minute an. Dabei wurden die Mitteldeutschen aber, mehr als denen lieb war, von den Braunschweigern unterstützt: Mit einer fast zweistelligen Fehlerquote im Aufschlag machten die es dem Favoriten beim 20:25 mehr als leicht.

Genau das, so Braunschweigs Trainer Weber, habe man vermeiden wollen. Betonte dies beim Seitenwechsel inständig, verlangte „Kampfgeist mit Köpfchen“. Und seine Worte verfehlten die Wirkung nicht. Schon das Ergebnis von Satz zwei drückt aus, wie stark das Spiel zu dem Zeitpunkt auf Messers Schneide stand: 25:23. Mitteldeutschland stemmte sich gegen das „Trauma“ der Tunica-Halle aus der letzten Saison. Braunschweig, lautstark vom Publikum unterstützt, wusste, dass es einen weiteren Satzverlust kaum hätte egalisieren können.

Der CVM war gewarnt, zeigte zeitweise Nerven. Spätestens als sich Kapitän Lukas Szablewski und Diagonalspieler Chris Warsawski über nicht immer ganz regelkonformes Jubeln der Gegenüber lautstark echauffierten, lagen eben jene blank. Die Gastgeber verstanden das aber nur wenig zu nutzen. Immer wieder scheiterten sie am Block der Mitteldeutschen. Oder an sich selbst, wenn der Angriff in der Endphase der Sätze nach starken Abwehraktionen im Netz oder Nirgendwo landete. Mit 19:25 und 21:25 zogen sie in zwei kurzweiligen Sätzen den Kürzeren.

Fels in der Brandung: der jüngste, Libero Nils Schnalke. Für den verletzten Simon Kraftschik ins Team gerückt, blieb er in der Annahme nahezu fehlerlos und entschärfte die Angriffe der Aufstiegskandidaten,die unter Profibedinungen trainieren, ein ums andere Mal. Die Medaille für den Most Valuable Player musste er Außenangreifer Marvin Koch überlassen. Der haderte, wie mehrere im Team, laut Trainer Weber mit den eigenen Ansprüchen. „Wir haben heute Chancen liegen gelassen und zu viele Eigenfehler gemacht. Das ärgert mich und die Spieler am meisten“, bilanzierte der Coach und zeigte sich dennoch als fairer Verlierer: „Mitteldeutschland hat deshalb und auch dank besserer Kondition verdient gepunktet.“

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(Foto: Stefan Salzmann)

Aktualisiert ( Sonntag, den 15. Oktober 2017 um 23:54 Uhr )
 

Das Team Zweite Liga für 2017/2018

Mittwoch, den 10. September 2014 um 16:31 Uhr